FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
02.05.2019

„NRWgoes. digital“ – berufsfeldbezogene Weiterbildung an der FH Bielefeld

„NRWgoes.digital“ ist eine landesweite Qualifizierungsoffensive zur Digitalisierung der beruflichen Bildung im dualen System.

Drei Männer sitzten vor Bildschirmen in einem Seminarraum

„NRWgoes.digital“ ist eine landesweite Qualifizierungsoffensive zur Digitalisierung der beruflichen Bildung im dualen System. Ausbildungspersonal aus Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, Lehrkräfte der technisch-gewerblichen Berufskollegs und Auszubildende im Maschinenbau sind die Zielgruppen des Projekts, das auf die schnellen Veränderungen im Maschinen- und Anlagenbau hinsichtlich Industrie 4.0 reagiert. Oberstes Ziel ist dabei die Sicherstellung einer zukunftsorientierten Ausbildung.

Das durch die Nachwuchsstiftung Maschinenbau gGmbH finanzierte und unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Armin Laschet umgesetzte Projekt ist auf eine 3,5-jährige Laufzeit angelegt. Im Wesentlichen umfasst die Offensive drei zentrale Bausteine. Zum einen haben 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, eine 5-wöchigen Schulung zu durchlaufen. Ein weiterer Baustein ist die Entwicklung digitaler Lernmedien zum Einsatz in der Ausbildung. Den dritten Teil stellt die Weitergabe des erworbenen Wissens an rund 2000 Auszubildende im Rahmen der Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ dar.

Jetzt fand der Auftakt der Schulungsreihe an der Fachhochschule Bielefeld statt. Detlef Tanne, Projektleiter der Nachwuchsstiftung und Dr. Marian Brackmann, Koordinator am Campus Gütersloh, begrüßten die erste Schulungskohorte.

Bevor Prof. Stöcker mit der anwendungsorientierten Schulung zur Automatisierungstechnik an Demoracks der Firma Beckhoff startete, machte Dr. Brackmann die Gäste mit dem System des praxisintegrierten Studiums am Campus Gütersloh vertraut. „Es ist für uns eine Besonderheit statt größtenteils junge Studierende, Ausbilder und Berufsschullehrende mit überwiegend langjähriger Berufserfahrung anzusprechen. Wir empfinden das zum einen als spannende Herausforderung und zum anderen als große Chance durch die multiplikative Wirkung der Schulungsteilnehmer“, schließt Brackmann. Bis November dieses Jahres werden insgesamt 18 Schulungstage mit Gruppen von jeweils bis zu 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der FH durchgeführt.

In acht Modulen, die auf 25 Schulungstage verteilt sind, werden technische Inhalte wie Prozessanalyse, IT Security, Smart Maintenance, CAx-gestützte Fertigung, Additive Manufacturing, Vernetzte Fertigungssysteme, Intelligente Produktion mit CPS und unter dem Stichwort Arbeit 4.0 die Organisation von Arbeitsprozessen vermittelt. Die Schulungen werden mit Partnern aus Industrie, Forschung und Bildung durchgeführt. Neben Siemens, der RWTH Aachen, DMG Mori, Beckhoff und dem Fraunhofer IOSB-INA ist auch die Fachhochschule (FH) Bielefeld an der Weiterbildung im Themenfeld zweier Module beteiligt, um nur einige Kooperationspartner zu nennen.

Die Beteiligung der FH Bielefeld wird im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) an den Standorten in Bielefeld und Gütersloh umgesetzt. Im Bereich der CAx-integrierten Fertigung, genauer zu den Themen Computer Aided Design (CAD) und Computer Aided Manufacturing (CAM) sowie der vernetzten Fertigungssysteme spiegeln sich Lehrinhalte und Fachexpertise des MINT-Fachbereichs wieder, weshalb die Kooperation in diesem Bereich verankert ist. Prof. Dr. Lothar Budde, Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik, freut sich über den gewinnbringenden Austausch mit Ausbildungsverantwortlichen und Lehrkräften: „Dass wir uns im Rahmen dieses Projekts engagieren stellt eine Win-win-Situation dar. Auszubildende die ein anschließendes Studium anstreben sind durch den Transfer in die Lehre besser vorbereitet. Darüber hinaus ist uns die Zusammenarbeit und der Fachaustausch innerhalb der Region generell ein großes Anliegen.“

Dr. Lisa Teich, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Campus Gütersloh Organisationsverantwortliche seitens der Fachhochschule ergänzt: „Wir sind stolz, dass wir den Seminarteilnehmern ein besonders anwendungsbezogenes Programm anbieten können, bei dem moderne Hard- und Software an tatsächlichen Problemstellungen der Industrie eingesetzt werden. Bei der „Vernetzung von Teilsystemen“ in Gütersloh steht die Arbeit am Demorack, das einen realen Fertigungsprozess abbildet, im Fokus. Die in Bielefeld angebotenen Schulungen behandeln aktuelle Trends in den Bereichen CAD und CAM und können dort selbstverständlich praktisch erprobt werden.“

Um die Vermittlung der CAx-integrierten Fertigung kümmern sich am Campus Bielefeld im CAD Labor die Lehrenden Prof. Dr. Jan Robert Ziebart und Prof. Dr. Herbert Funke mit Unterstützung von Dieter Dröge, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich IuM. Am Gleis 13 in Gütersloh finden die Schulungen zu vernetzen Fertigungssystemen statt. Durchgeführt werden diese von Prof. Dr. Christian Stöcker und Dr. Michael Leuer, beide lehren am Campus Gütersloh.

Weitere Informationen: https://www.nrwgoes.digital

Text: Tanja Hage