FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
27.04.2017

Roboter machen das Leben Zuhause und am Arbeitsplatz leichter

FH Bielefeld mit drei Exponaten auf der Hannover Messe vertreten.

Hannover (fhb). Nach drei langen Messetagen konnten die Mitarbeiter des ISYM-Teams eine positive Zwischenbilanz ziehen: „Es gibt viele Besucher, die sich für unser Exponat interessieren, sowohl junge Leute, die über Technik und ein Studium nachdenken, als auch Industrievertreter, die Kontakte suchen. Wir sind sogar schon eingeladen worden, in China unsere beruflichen Zelte aufzuschlagen.“ Andreas Michael, wissenschaftlicher Mitarbeiter im ISYM, spricht hier gleichsam für seinen Kollegen Marcel Paust, die beide den Stand an diesem Tag betreuten, auf dem ein Zweiarm-Robotersystem präsentiert wird, das zu einer intensiven Zusammenarbeit von Mensch und Maschine einlädt. Ort des Geschehens: die Halle 16 der Hannover Messe, Stand A0 4, der it’s OWL-Gemeinschaftsstand mit Vertretern aus Wissenschaft und Industrie.

Hannover Messe StaatssekrtärDr. Thomas Grünewald, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung, besuchte gestern den OWL-Stand und wurde dort von Prof. Dr. Christian Schröder, dem Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Transfer der FH Bielefeld, begrüßt. Schröder machte in kurzen Worten auf die Verbundenheit und die Erfolge der Hochschulforschung im OWL-Netzwerk aufmerksam. Mit der Bündelung ihrer Forschungsaktivitäten in Instituten und in Forschungs- und Entwicklungsschwerpunktenn sei die FH Bielefeld für die Zukunft sehr gut gerüstet, so der Vizepräsident.

Hannover Messe 2017 Exponat ISYMDas ISYM - Institut für Systemdynamik und Mechatronik, das zum Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik – IuM - gehört, stellte schon im vergangenen Jahr auf dem Gemeinschaftsstand aus und fand reichlich Resonanz. Auch deshalb die Wiederholung an gleicher Stelle mit einem modernen Robotersystem, das mit einem neuartigen Dreifingergreifer die Positionen von drei optisch ähnlichen Objekten mit unterschiedlicher Masse durch „Ertasten“ erkennen kann. Nach dem Anheben werden die Objekte aufgrund ihres Gewichtes sortiert und dem Benutzer wird das leichteste Objekt übergeben: Mensch und Maschine kommunizieren direkt miteinander. Andreas Michael: „Prinzipiell ist das System in der Lage, Aufgaben zu erfüllen, die momentan dem Menschen vorbehalten sind.“ Fertigungsprozesse oder Inspektionsaufgaben im Sinne der vierten industriellen Revolution könnten flexibler und effizienter durchgeführt werden.

Unweit des ISYM-Exponats und gleichfalls auf dem it’s OWL-Stand ist ein zweites Forschungsergebnis des Fachbereichs ausgestellt: ein Demonstrator zur hochflexiblen, präzisen und schnellen Produktion. IuM-Dekan Prof. Dr. Lothar Budde: „Das ist unser Kooperationsprojekt am Studienort Gütersloh mit der Firma Beckhoff. Wir profitieren von der Kooperation mit dem Unternehmen und wir werden die Zusammenarbeit ausbauen.“ Der Demonstrator veranschaulicht „die Potentiale hochperformanter PC-basierter Steuerungstechnik“, notiert Beckhoff dazu in den Informationen zum Exponat, an dessen Entwicklung weitere Industriepartner beteiligt waren. Erwartet wird eine Reduzierung der Wartezeiten, was zu zuverlässigeren Systemen führt, sowie eine Optimierung bezüglich Ressourcenverbrauch, Produktivität und Kosten.

Ein weiteres Forscherteam der FH Bielefeld aus dem Fachbereich Campus Minden zeigt in Halle 2 am Stand des Bundesforschungsministeriums, wie Roboter in das „intelligente Zuhause“ integriert werden können, um dort klassische Alltagsaufgaben zu übernehmen. Unter der Leitung der Professoren Dr. Matthias König und Dr. Sven Battermann hat das Projekt „Seerose - Serviceroboter im Smart-Home" zum Ziel, die Kommunikation und damit das Zusammenspiel zwischen Servicerobotern und der intelligenten Umgebung eines Gebäudes zu optimieren. Dabei soll nicht nur die Gebäudeintelligenz mit den Robotern, sondern auch die Roboter untereinander vernetzt werden. Die Vision: Im intelligenten, voll vernetzten Zuhause der Zukunft unterstützen Roboter den Menschen beim Verrichten von Alltagsaufgaben. Würde im Wohnzimmer beispielsweise ein Blumenkübel umkippen, würden Sensoren im Haus das Ereignis erfassen und den Staubsaugroboter rufen. Das Haus würde sogar mitdenken und je nachdem, wie viele Personen sich in einem Raum aufhalten, die Temperatur automatisch regulieren. König: „Was nach Zukunftsmusik klingt, kann schon sehr bald Realität werden.“

Unterstützt von einem interdisziplinären Forscherteam untersuchen König und Battermann darüber hinaus auch die nutzerspezifische Mensch-Maschine-Interaktion. Konkret geht es hier um den Einsatz eines Zwei-Finger-Greifarms im Smart Home. Dieser Roboter soll auf Fingerzeig des Nutzers leichte Gegenstände wie etwa Kleidungsstücke aufheben und anreichen können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie „FHprofUnt" des Programms „Forschung an Fachhochschulen" mit rund 380.000 Euro.

Weitere Informationen:

https://www.fh-bielefeld.de/ium/forschung/institute/isym

https://www.beckhoff.de/its-owl-efa/

https://www.bmbf.de/de/roboter-machen-das-leben-zuhause-leichter-4076.html