FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
15.10.2020

Schnupperstudium von Zuhause aus

MINT-Workshop für Schülerinnen und Schüler am Campus Gütersloh.

Zwei Frauen sitzen an einem Tisch und arbeiten an mehreren Laptops.

Gütersloh (fhb). In Zeiten digitalen Studierens und weitestgehend geschlossener Hochschulen ist es auch für Schülerinnen und Schüler gar nicht so einfach, herauszufinden, ob ein Studium für sie in Frage kommt.

Auch Michel, der die 11. Klasse der Gesamtschule Oelde besucht, fragt sich, ob ein technisches Studium etwas für ihn sein könnte. Deshalb hat er mit anderen Schülerinnen und Schülern, die sich unter anderem aus Köln und Dortmund zugeschaltet haben, an dem zweitägigen digitalen Schnupperstudium „MINT-Ferien“ teilgenommen. Das Programm hat der Campus Gütersloh der Fachhochschule (FH) Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem zdi-Netzwerk Warendorf in der ersten Woche der Herbstferien angeboten. In der Veranstaltung, die per Videokonferenz stattfand, hat Michel über die kostenfrei erhältliche Software Teamviewer, die er im Vorfeld installiert hat, einen Staubsaugerroboter programmiert, der sich wiederum in einem Raum in der FH in Gütersloh befindet.

Der Roboter von Fischertechnik, der ähnlich wie ein ferngesteuertes Auto aussieht, fährt in dieser Phase noch ohne Staubsauger, er soll zunächst das „Fahren“ lernen. Mit einer separaten Kamera zeigt Vanessa Prott-Warner, die den Workshop betreut, nach jedem Programmierschritt die Bewegungen des Fahrzeugs. Der Roboter fährt immer wieder vor die Bande und zurück. „Eigentlich soll das Fahrzeug vorwärtsfahren und sobald es an ein Hindernis stößt, stoppen, eine gewisse Zeit rückwärtsfahren, die Richtung ändern und dann wieder vorwärtsfahren. Denn der Roboter soll ja im ganzen Raum staubsaugen. Hier muss also über eine Verzweigung der Tastsensorabfrage die Richtungsänderung programmiert werden“, erläutert Prott-Warner.

„Wir bieten einen realistischen Einblick in verschiedene Module aus unseren praxisintegrierten Bachelorstudiengängen und geben interessierten Personen Orientierung, welcher Studiengang zu ihnen passen könnte. Wir möchten zeigen, dass Automatisierung kein Hexenwerk ist, und dass man dabei auch Spaß haben kann“, so Prott-Warner.

Am zweiten Tag haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer digitalen Schnuppervorlesung von Prof. Hans Peter Rauer teilgenommen. Er sprach über „Predictive Maintenance“, zu Deutsch: vorausschauende Wartung, die heutzutage für Unternehmen elementar ist, wenn sie kostengünstig in ihrem Markt agieren wollen. Der Studiengang Product-Service Engineering, den Rauer leitet, beschäftigt sich unter anderem mit smarten Dienstleistungs- und Serviceangeboten, die bei Unternehmen im Zuge des Internet of Things, kurz IoT, zu finden sind.

Ob sich von den Teilnehmerinnen oder Teilnehmern letztlich jemand für ein Studium in Gütersloh entscheidet, wird sich erst später zeigen. „Was zählt, ist, dass sie mit Begeisterung dabei sind“, findet Vanessa Prott-Warner.

Michel war jedenfalls angetan: „So habe ich auch ein Gefühl dafür bekommen, wie ein digitales Studium sein könnte.“ Ob ein Studium in Gütersloh für ihn in Frage kommt? „Ich bin nicht abgeneigt!“ (vku)