FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
05.01.2018

Studierende wollen Wassertransport vereinfachen

Die Transporthilfe SMABARREL soll in Äthiopien produziert werden.

Bielefeld (fhb). 16 Studierende, davon zehn  von der Fachhochschule (FH) und sechs von der Universität Bielefeld, arbeiten derzeit gemeinsam an einer Transporthilfe für Wasser, dem SMABARREL. Der Name SMABARREL steht für „Smart Barrel“ und ist eine Art Zugvorrichtung für rollbare Kanister, die in Entwicklungsländern wie Äthiopien den Transport des Wassers für die Menschen erleichtern soll.

Das Problem: Rund 70 Millionen Menschen in Äthiopien haben keinen direkten Zugang zu Wasser. Besonders in der Trockenzeit müssen die Menschen meist weite Entfernungen zurücklegen, um sich mit Wasser zu versorgen. Dabei dienen oft herkömmliche Kanister oder Eimer als Behälter, die 20 bis 30 Liter fassen. Traditionell ist das Wasserholen oftmals Aufgabe der Frauen und Kinder, die die Behälter über große und teils gefährliche Distanzen transportieren. Auch in den Städten wird häufig bis zu drei Wochen lang das Wasser abgestellt und viele Menschen haben selbst in zentralen Lagen keinen Zugang zu Wasser.

Hier möchte das studentische Team aus Bielefeld ansetzen, wie Projektleiterin Sarah Özekcin erklärt: „Unser Ziel ist, den Wassertransport mit dem rollbaren SMABARREL zu vereinfachen. In vielen Entwicklungsländern nimmt das Wasserholen täglich sechs bis acht Stunden in Anspruch. Viel Zeit also, die die Kinder besser in der Schule verbringen sollten.“

2018-01-04 SMABARREL Rilind SalihiDas technische Hilfsmittel SMABARREL soll bewusst einfach und kostengünstig sein und ohne Hightech auskommen. „Momentan entwickeln wir in der FH den Prototypen, der nächste Woche fertig sein soll. Der Prototyp kommt aus dem 3D-Drucker, soll aber später vor Ort in Äthiopien aus recyceltem Kunststoff produziert werden. So schaffen wir neben der Transporthilfe an sich auch noch lokale Arbeitsplätze“, erklärt Sarah Özekcin, die demnächst mit zwei Kommilitonen und dem Prototypen nach Äthiopien reisen möchte, um die Akzeptanz des Geräts vor Ort zu erkunden. Um sich die Reise leisten zu können, sammelt die Gruppe nun Spenden.

Die Studierenden, die aus den unterschiedlichsten Fächern von Wirtschaftsingenieurwesen über Soziologie bis Linguistik oder Wirtschaftsrecht kommen, haben das Projekt in der internationalen Hochschulgruppe „Enactus“ entwickelt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt im Kleinen zu verbessern. Das heißt, dass sie Projekte entwickeln und durchführen, in denen Menschen beigebracht wird, sich selbst zu helfen. Um dieses Ziel zu erreichen, sei der unternehmerische Ansatz in den Projekten sehr wichtig, heißt es auf der Enactus-Website. Nur wenn Projekte sich selbst tragen können, können sie nachhaltig erfolgreich sein.

Sie möchten das Projekt unterstützen? Hier geht’s zur offiziellen Seite, auf der via PayPal oder über GoFundMe gespendet werden kann:

https://www.smabarrel.com

Der WDR berichtete in der Lokalzeit OWL am 4. Januar 2018 über das Projekt.