FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
25.05.2022

Universität und Fachhochschule Bielefeld: „Campus der kurzen Wege“ auf der Hannover Messe 2022

EiN mann mit VR Brille bedient einen Schraubstock
Im Forschungsprojekt AVIKOM entstand ein kognitives, seh- und hörbares Assistenzsystem , das vorausschauend und individuell Unterstützung gibt, zum Beispiel in der manuellen Montage, Lagerlogistik oder bei der Bedienung von Maschinen © P. Pollmeier/FH Bielefeld

Auf einem Gemeinschaftsstand präsentieren die Bielefelder Hochschulen vom 30. Mai bis zum 2. Juni unter dem Dach des Bielefeld Research and Innovation Campus (BRIC) Exponate aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine-Interaktion und Data Science.

Bielefeld (fhb). Vom 30. Mai bis zum 2. Juni präsentieren sich Universität Bielefeld und Fachhochschule (FH) Bielefeld auf der Hannover Messe unter dem Dach des Bielefeld Research and Innovation Campus (BRIC). Auf dem Gemeinschaftsstand von Spitzencluster it’s OWL, OWL GmbH und OWL Maschinenbau stellt BRIC Exponate aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine-Interaktion und Data Science vor, die sich mit der Lebens- und Arbeitswelt der Zukunft beschäftigen und das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rücken.

Prof. Dr. Reinhold Decker, Prorektor für Informationsinfrastruktur und Wirtschaft der Universität Bielefeld: „Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit zählen zu den drängenden Anforderungen unserer Zeit. Wissenschaftler*innen der Universität Bielefeld und der FH Bielefeld arbeiten im BRIC gemeinsam mit Unternehmen an technischen Lösungen für nachhaltiges Wirtschaften. Sichtbar wird das etwa in Kooperationsprojekten in den BRIC-Themenfeldern ‚Künstliche Intelligenz und Mensch-Maschine-Interaktion‘ sowie ‚Smart Products and Services‘. Die Projekte und Entwicklungen, die wir auf der Hannover Messe vorstellen, sind an der Praxis und dem Bedarf der Unternehmen ausgerichtet – und zeigen, wie Digitalisierung genutzt werden kann, um Nachhaltigkeit zu fördern.“

Ingeborg Schramm-Wölk und
Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der FH Bielefeld, und Prof. Dr. Reinhold Decker, Prorektor für Informationsinfrastruktur und Wirtschaft der Universität Bielefeld.

Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der FH Bielefeld: „Auf nationaler wie internationaler Ebene kann die Bedeutung der Hannover Messe als ,Home of Industrial Pioneers‘ nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Anspruch dieser Innovations- und Technologieschau korrespondiert in besonderer Weise mit den Aktivitäten von Universität Bielefeld und FH Bielefeld auf dem Bielefeld Research and Innovation Campus (BRIC). Von der Grundlagenforschung bis zum Anwendungsbezug bieten wir im Herzen OWLs auf einem Campus der kurzen Wege Wissenschaft und Unternehmen eine exzellente Forschungs- und Transferinfrastruktur. Diese möchten wir auf der Hannover Messe anhand zahlreicher ganz konkreter Projekte einem internationalen Publikum präsentieren und so unseren Beitrag leisten zum Messemotto ,Let’s create the industry of tomorrow‘.“

Kognitives seh- und hörbares Assistenzsystem für Montage und Lager

Mit AVIKOM präsentieren das Institut für Systemdynamik und Mechatronik (ISyM) der FH und das Forschungszentrum für Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld ein gemeinsames Forschungsprojekt, welches die Arbeit aus drei vorangegangenen Projekten zusammenführt. Das Team hat ein kognitives, seh- und hörbares Assistenzsystem entwickelt, das vorausschauend und individuell Unterstützung gibt, zum Beispiel in der manuellen Montage, Lagerlogistik oder bei der Bedienung von Maschinen. Durch eine Datenbrille mit intelligentem Kopfhörer und Mikrofon werden die Hilfshinweise übermittelt und das Lernen und eigenständige Durchführen von Tätigkeiten vereinfacht. Dadurch sinkt die Fehlerquote und die Beschäftigten werden deutlich weniger belastet.

„Das Besondere an unserem Assistenzsystem ist, dass es nicht einfach Handlungsanweisungen vorgibt. Es kennt die nutzende Person, erfasst die aktuelle Situation, erkennt also eigenständig Objekte und Handlungsschritte und richtet seine Unterstützung danach aus“, sagt Prof. Dr. Thomas Schack, der das  CITEC-Projekt koordiniert.

Sichtbarmachen von Geräuschen und Lärm

Ein Mann steht vor einer Akkustikkamera
Das Forschungsprojekt MOSES entwickelte neuartige Algorithmen für die Optimierung einer Akustikkamera. Inspiration holte sich das Team aus der Tierwelt.

Weiter zeigt das ISyM eine akustische Kamera, die in der Lage ist, Schallquellen sichtbar zu machen. Um ihre Leistung zu erhöhen und die Anwendung zu vereinfachen, haben sich die Forschenden des Projektes MOSES von einem Insekt inspirieren lassen. So kann die Kamera trotz geringer Größe Lärmquellen sehr genau lokalisieren. „Die möglichen Einsatzgebiete von akustischen Kameras sind riesig. In der Industrie könnten sie eingesetzt werden, um gesundheitsschädliche Lärmquellen in Produktionsstätten zu lokalisieren“ so ISyM-Forscher Philipp Jünemann.

Auch in anderen Bereichen lässt sich die Akustikkamera vielversprechend einsetzen. Im Forschungsprojekt PsyMe ahmt ein System die menschliche Wahrnehmung von Geräuschen nach, es „hört“. Dadurch kann es auffällige und fehlerhafte Elektromotoren erkennen, zuordnen und unnötige Rückläufer verhindern.

Ein Mehrwert aus Daten durch Künstliche Intelligenz

Das Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) der Universität Bielefeld präsentiert intuitiv zugängliche Möglichkeiten, Maschinelles Lernen (ML) für die Auswertung und Nutzung von Daten effizienter nutzbar zu machen.

Ein Praxisbeispiel ist die effiziente Automatisierung von kraftbasierten Montageprozessen, die feinfühlig durch Roboter ausgeführt werden. Durch eine neuartige Kombination von menschlichem Vorwissen mit maschinellen Lernverfahren (Grey-Box-Learning) kann flexibel auf Prozessveränderungen reagiert werden. Lernfähige Robotersysteme sind so bereits heute kosteneffizient in der Montage, Intralogistik und mittelfristig auch im privaten Umfeld einsetzbar.

Mit einer Verringerung der Entwicklungsdauer von ML-Anwendungen beschäftigt sich auch das CoR-Lab-Projekt ML4Pro². Durch den Aufbau einer ML-Toolbox können erprobte Bausteine dazu genutzt werden, neue Lösungen für ähnliche Fragestellungen zu generieren.

Ebenfalls stellt das . Der Smart Mirror ist eine Kombination aus Spiegel und Display, auf dem personalisierte Informationen angezeigt werden und welcher über eine Gesichts-, Objekt-, Gesten- und Spracherkennung verfügt. Ein neues System des Maschinellen Lernens soll die dafür genutzte Soft- und Hardware robuster, leistungsfähiger und energiesparender machen.

Start-Ups auf der Hannover Messe

Neben den Forschungseinrichtungen präsentieren sich am 31. Mai und 1. Juni auch junge Start-ups auf der Hannover Messe, die vom Center for Entrepreneurship (CFE) der FH Bielefeld und dem Zentrum für Unternehmensgründung (ZUg) der Uni Bielefeld betreut werden.

Ein Mann steht vor einem Spiegel, auf dem verschiedene Icons zu sehen sind
Das Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) der Universität Bielefeld stellt einen „Intelligenten Spiegel“ als Demonstrator für die Klasse der Smart-Home-Anwendungen im Projekt VEDLIoT vor.

Das Start-Up JoBooking entwickelt eine Rekrutierungsplattform für Nachwuchskräfte, die Unternehmen, Schulen und Jugendliche zusammenführt. Die Dienstleistung bündelt alle Aufgaben digitaler und analoger Personalbeschaffung, um einem Fachkräftemangel für Partner entgegenzuwirken.

Das Team Foamdynamics arbeitet an einer Software zur Simulation von schäumendem Polyurethan (PUR), aus dem zum Beispiel Autositze, Lenkräder und andere Elemente hergestellt werden. So können Kunden bereits in einer frühen Produktentwicklungsphase Schäumwerkzeuge anpassen und den Schäumprozess optimieren.

Die von Credular präsentierte Plattform gibt kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, den effizienten Einstieg in die erweiterte Realität (AR/MR) zu nehmen. Das Produkt dient zur Prozessüberwachung von Systemen, zum Wissenstransfer mittels interaktiver Formate und zur Kollaboration. 

Aus einem Forschungsprojekt des CITEC entstanden ist Robomantic. Das Start-up entwickelt elastische taktile Sensortechnologie für das Tastempfinden – kurz: Datenhandschuhe, taktile Sensoren für Roboterhände sowie Ausrüstung zur Erweiterung moderner Handprothesen. Selbstverständlich bringt die Firma ihren Handschuh auch mit auf die Messe.

Kostenlose Tickets für die Hannover Messe 2022

Für interessierte Besucherinnen und Besucher stellt der Think Tank OWL kostenlose Tickets zur Verfügung. Eine E-Mail an hmi@thinktank-owl.de genügt und wird automatisch mit dem Link zur Erstellung eines personalisierten e-Tickets beantwortet.

Genaue Einblicke in alle Forschungsprojekte und die Arbeit der Start-ups der Bielefelder Hochschulen erhält man in der Messehalle 11 auf dem Stand B29. Die Fachhochschule Bielefeld und Universität Bielefeld sowie der Think Tank OWL, eine Säule des BRIC, und die Start-Ups sind Teil des Gemeinschaftsstandes vom Spitzencluster it’s OWL, der OstWestfalenLippe GmbH und OWL Maschinenbau.

Die Logos von BRIC, FH Bielefled und Universität Bielefeld

Über BRIC

Auf dem Bielefeld Research + Innovation Campus (BRIC) arbeiten über 2500 Wissenschaftler der Fachhochschule und der Universität Bielefeld gemeinsam daran, Lösungen für Herausforderungen der Zukunft zu schaffen. Partner aus der Wirtschaft bringen ihre Expertise mit ein. Aus dem gemeinsam gewonnenen Wissen sollen so Innovationen für die Region entstehen und der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bielefeld nachhaltig gestärkt werden.  

Weitere Informationen:
Bielefeld Research and Innovation Campus (BRIC)
it's OWL
ThinkTank OWL

Ansprechpartnerin:
Franziska Beckmann,
0521-106.70063
franziska.beckmann@thinktank.owl.de

 Text: BRIC