FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
29.09.2017

Zusammenhalt nach Erdbeben in Mexiko

Drei Studierende der FH Bielefeld erlebten die Naturkatastrohe und schildern ihre Eindrücke und Erfahrungen.

(fhb). Im September hat es in Mexiko zwei schwere Erdbeben gegeben, bei denen etwa 450 Menschen ums Leben kamen. Laut Medienberichten wurden neben Wohngebäuden auch über 1.500 Kirchen und historische Gebäude beschädigt. Drei Studierende der Fachhochschule (FH) Bielefeld, die aktuell ihr Auslandssemester in Mexiko absolvieren und vom Akademischen Auslandsamt der FH Bielefeld betreut werden, waren zum Zeitpunkt der Naturkatastrophen vor Ort und berichten darüber, wie sie das zweite Erdbeben vom 19. September erlebt haben, bei dem 337 Menschen starben.

Erdbeben Mexiko_2„So gegen 13.30 Uhr, die Professorin war noch nicht da, fing es plötzlich an zu krachen wie bei einem Gewitter, im selben Moment fing der Boden unter unseren Füßen an zu wackeln“, schildert Johannes Rose, der an der FH Bielefeld im Bachelor International Studies in Management im dritten Semester studiert und seit Anfang August zwei Semester an der mexikanischen Partnerhochschule Universidad Iberoamericana im Bundesstaat Puebla verbringt. Zum Zeitpunkt des Erdbebens saß er dort im Vorlesungsraum und war in seine Lernunterlagen vertieft. Zunächst verstand er nicht, was da gerade vor sich ging. Seine Kommilitoninnen und Kommilitonen wiesen ihn energisch an aufzustehen und schnellstmöglich den Raum und das Gebäude zu verlassen. Ohne Sachen. „Der Boden unter unseren Füßen wackelte so stark, dass man anfing zu stolpern oder andere Personen zu schubsen. Ich konnte sehen, wie das Gebäude gegenüber sich bewegte. Das komplette Gebäude!“, erinnert sich Rose. „Wie ein dünner Baum im Wind“. In diesem Moment sei ihm klar geworden, dass das ein Erdbeben sein musste. Er konnte die Angst und Panik in den Gesichtern seiner Mitstudentinnen und –Studenten sowie seiner Professorinnen und Professoren sehen: Panik sei aber nicht ausgebrochen.

Caroline Köhncke, die ebenfalls seit August ein Auslandssemester an der Universidad Iberoamericana absolviert, befand sich zum Zeitpunkt der Erderschütterung im uni-eigenen Fitnessstudio. Die Studentin der Betriebswirtschaftslehre im sechsten Semester der FH Bielefeld bewundert die Vorgehensweise vor Ort: „Das Personal hat sich wirklich sehr professionell verhalten und gerufen, dass wir schnell raus laufen sollen und verließen dann erst, nachdem alle Studierenden draußen waren, selbst das Gebäude“. Sie empfindet die Erfahrung nach dem Beben als besonders schlimm. Köhncke berichtet von einem hohen Verkehrsaufkommen, das für Kriminelle ein „gefundenes Fressen“ gewesen sei. Autos wurden überfallen. Ihre Gastfamilie bat sie telefonisch darum, unter keinen Umständen alleine nach Hause zu gehen. Erst später verstand Köhncke, wie gefährlich das gewesen wäre.

Auch Vanessa Di Giulio, die seit August ein Auslandssemester an der mexikanischen Universidad de las Américas im Bundesstaat Puebla absolviert, hat das Erdbeben unverletzt überlebt. Die FH Bielefeld pflegt eine langjährige Partnerschaft mit den mexikanischen Hochschulen Universidad Iberoamericana und Universidad de las Américas im Bundesstaat Puebla und steht im regelmäßigen Austausch mit den Koordinatorinnen und Koordinatoren in Mexiko sowie den FH-Studierenden. Vanessa Di Giulio, die in mexikanischen Cholula untergebracht ist und im Master Gestaltung studiert, berichtet, dass die Schäden bei ihr vor Ort nicht so schlimm seien wie in den kleinen Dörfern in der Umgebung sowie in Mexiko City.

Erdbeben Mexiko_3Nach dem Erdbeben erleben Johannes Rose und Caroline Köhncke einen Zusammenhalt der Menschen vor Ort. „Die Menschen sind wahnsinnig toll hier. Jeder gibt, was er kann, es gibt unglaublich viele Freiwillige, die in jeder erdenklichen Weise helfen“, schildert Rose. Auch er und Köhncke versuchen, sich einzubringen. Es seien Spendenabgabeplätze errichtet worden und Listen mit benötigten Mitteln in den sozialen Netzwerken veröffentlicht worden „Das Gefühl dieser ausgesprochen großen Solidarität des mexikanischen Volkes ist großartig und ist wirklich eine der Sachen, die mir immer in Erinnerung bleiben werden“, sagt Köhncke.

Die Aktion Deutschland Hilft ruft zu einer Spendenaktion für Mexiko auf. Weitere Informationen unter https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/lp-erdbeben-mexiko/