FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
27.11.2014

Tektonische und lebendige Strukturen

Das 34. Bielefelder Fotosymposium thematisiert "Erkenntnisformen der Fotografie".

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Bielefeld (fhb). Das 34. Bielefelder Fotosymposium, das vom 26. bis zum 28. November in der Alten Stadtbibliothek und damit in den Räumlichkeiten der Ausstellung "Die Bielefelder Schule. Fotokunst im Kontext" ausgerichtet wird, thematisiert Strukturen des Tektonischen und des Lebendigen in der Fotografie. Mit der Frage nach der Erzeugung innerbildlicher und der Darstellung außerbildlicher Strukturen in der Fotografie schließt das 34. Bielefelder Fotosymposium an laufende Forschungen des Forschungsschwerpunktes Fotografie und Medien am Fachbereich Gestaltung und das 33. Bielefelder Fotosymposium an, in dessen Rahmen Bild und Begriff der Struktur in der Fotografie und in den grafischen Künsten diskutiert worden sind. Prof. Dr. Kirsten Wagner, die Sprecherin des Forschungsschwerpunkts und zugleich Veranstalterin des Symposiums: "Standen bisher allgemeine Strukturbildaspekte im Vordergrund, konzentriert sich das aktuelle Fotosymposium auf tektonische und lebendige Strukturen."

Historisch seien diese immer wieder als Gegensätze gedacht worden, so Wagner, "etwa des Organischen und des Anorganischen, des Vegetabilen und des Mineralischen, des Lebendigen und des Kristallinen". Durch jüngere bildgebende Verfahren, die erlauben, auch in lebendige Körper vorzudringen und sie in ihren molekularen Prozessen und Bewegungen abzubilden, sowie neue generische Entwurfstechniken in der Gestaltung und der Architektur "werden diese Gegensätze derzeit aufgeweicht", meint die Kultur- und Kommunikationswissenschaftlerin.

Aus Geschichte, Theorie und Praxis der Fotografie heraus sollen auf dem Symposium nicht nur die Abbildungs­- und Herstellungsverfahren lebendiger und tektonischer Strukturen untersucht werden, sondern auch ihre Wechselbeziehungen, ihre Abgrenzungen und Überlagerungen im fotografischen und filmischen Bild. Dazu sind neben den Künstlern Rut Blees Luxemburg (London) und Edgar Lissel (Wien) international renommierte Bild-, Film- und Architekturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler nach Bielefeld gekommen. Schwerpunkte liegen unter anderem auf der Darstellung tektonischer und architektonischer Strukturen im fotografischen und filmischen Bild, den Raum- und Zeitstrukturen in der Fotografie sowie der Erzeugung und Visualisierung von Mikroorganismen und anderen Formen des Lebendigen.

Mit dem "Jungen Forum für Praxis und Theorie der Architektur" weist das 34. Bielefelder Fotosymposium zudem ein neues Format auf. Es soll dem künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchs eine Plattform geben, zum jeweiligen Thema der Symposien eigene praktische und theoretische Forschungsarbeiten vorzustellen. Kirsten Wagner: "Unter den für das Junge Forum eingereichten Exposés überzeugten die Beiträge von Andrea Grützner und András Vég, beide sind Absolventen unseres Fachbereichs Gestaltung."

Das 34. Bielefelder Fotosymposium wird durch eine Reihe von Veranstaltungen flankiert, die in Zusammenhang mit der Ausstellung "Die Bielefelder Schule. Fotokunst im Kontext" stehen. Am Donnerstag präsentieren um 18 Uhr Sybille Fendt und Werner Mahler die Arbeit der Agentur Ostkreuz, um 19 Uhr gibt es eine von Thomas Abel moderierte Podiumsdiskussion zur Bielefelder Schule der Fotografie mit Sybille Fendt, Anna Gripp, Axel Grünewald, Gottfried Jäger, Sara­-Lena Maierhofer und Thomas Seelig.