FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
05.11.2014

Thermografie-Drohne und Störschallkompensation in Fahrzeugkabinen

Fachbereich IuM ist auf der FMB Zuliefermesse Maschinenbau in Bad Salzuflen mit zwei Exponaten vertreten.

Messe-FMB2014-1

Bad Salzuflen (fhb). Zum 10. Mal treffen sich vom 5. bis 7. November die Fachleute aus nah und fern auf der FMB Zuliefermesse Maschinenbau in Bad Salzuflen. Nach Angaben von Christian Enßle, dem Show Manager der FMB, hat sich die Messe seit 2005 "stetig weiterentwickelt, aber nicht grundsätzlich verändert". Zur ersten Messe hatten sich damals 184 Aussteller angemeldet. In diesem Jahr sind es 485 "und damit 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor", so Enßle anlässlich eines Pressegesprächs zur Eröffnung der Messe.

Die Fachleute sind sich einig: Zwar gehe es dem Maschinenbau und den Zulieferern in diesem Jahr in Sachen Umsatz nur durchschnittlich gut. Die Branche sei, so Hans-Jürgen Alt, der Geschäftsführer des VDMA NRW, dennoch "nach wie vor gut aufgestellt". Der Export sei weiterhin das wichtige Standbein, das trotz Ukraine-Krise und Ebola-Epidemie nicht weggebrochen sei.

Christian Wendler, der Vorstandsvorsitzende der Lenze SE, nannte auf der Pressekonferenz das Thema "Industrie 4.0" das "Highlight der Messe". Wendler: "Wie wir die Intelligenz in die Maschinen bringen, das ist unser Thema in OWL und hier sind wir mit unserem it's OWL-Spitzencluster bestens aufgestellt."

Gerd Hoppe vom Corporate Management der Beckhoff Automation GmbH wertet die Messe in Bad Salzuflen nicht nur als Kontaktmesse, sondern "vor allem als Arbeitsmesse". Die Fachgespräche der Branche "finden hier statt, und nicht auf der Hannover Messe". Was die Region OWL im Maschinenbau auszeichne ("Wir sind Nummer drei in Deutschland und die Nummer vier in Europa"), sei dies: "Wir reden nicht, wir packen an." Und für den Bereich Automatisierungstechnik erwartet er absehbar "goldene Zeiten", auch deshalb, weil der Produktionsstandort Deutschland weltweit keinen Vergleich scheuen müsse.            

Wieder mit dabei auf der FMB: das it's OWL-Clustermanagement, das in Halle 21 auf einem Gemeinschaftsstand acht Forschungseinrichtungen mit neuen Technologien und Forschungsansätzen präsentiert. Dazu gehören zwei Forschungsinstitute der Fachhochschule Bielefeld, nämlich das Bielefelder Institut für Materialforschung (BIfAM) und das Institut für Systemdynamik und Mechatronik (ISyM). Beide sind am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) angesiedelt.

Letztgenanntes Institut hat eine Methode zur Verringerung der Lärmbelästigung in der Produktion entwickelt. "Adaptive Störschallkompensation in Fahrzeugkabinen", ist das Forschungsprojekt exakt überschrieben. Grundsätzlich ist die Forschungsstrategie des ISyM zweigeteilt. Zum einen wird in gemeinsamen Projekten das Ziel verfolgt, Methoden und Verfahren direkt in die Industrie zu transferieren. Zum anderen geht es darum, sich langfristig auch gänzlich neue Anwendungs- und Technologiefelder zu erschließen.  

Das BIfAM zeigt eine Drohne, die mit einer Wärmebild-Kamera ausgerüstet werden kann und beim Überfliegen von Photovoltaik-Anlagen Fehlfunktionen in den einzelnen Bauteilen sichtbar macht. Prof. Dr. Frank Hamelmann: "Wir können Kontaktfehler in der Verkabelung ebenso wie defekte Zellen in einem Modul durch eine erhöhte Temperatur erkennen, die durch die Infrarotaufnahme sichtbar wird." Hamelmann leitet das Forschungsprojekt "Thermografie-Drohne". Auf der FMB hofft er, Kontakte zu Partnern aufbauen zu können, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Das BIfAM beschäftigt sich einerseits mit Grundlagenuntersuchungen hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften neuartiger Materialien, andererseits mit der intelligenten Verknüpfung, Weiterentwicklung und Industrialisierung grundsätzlich bekannter Methoden und Materialien.

Prof. Dr. Lothar Budde, der Dekan des Fachbereichs IuM, stellte am Eröffnungstag das Engagement seines Fachbereichs unter das Motto "Flagge zeigen in der angewandten Forschung". "Ich verstehe die Messe als den geeigneten Ort, das eigene Netzwerk auszubauen. Hier treffen sich Forscher und Anwender, hier kann man sich zu neuen Projekten verabreden", so Budde.