KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management

C. Grebe, in: 2006.

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Konferenzbeitrag | Veröffentlicht | Deutsch
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Abstract
EINLEITUNG: Dem akutpflegerischen Bereich mangelt es bisher an einem Instrument, welches eine valide prospektive Einschätzung des zu erwartenden Pflegeaufwands ermöglicht. Dies ist jedoch notwendig, wenn im Rahmen des Case- Management auch eine Steuerung der Patienten und/ oder des Personals in Abhängigkeit des pflegerischen Ressourcenverbrauchs gewünscht wird. Mit dem Kölner Assessment Instrument wurde in einem pragmatisch orientierten Ansatz ein Risikoscreening- Instrument im Sinne einer Instrumentenbatterie entwickelt. Ziel bei der Zusammenstellung der Skalen war von Beginn an neben dem pflegerischen Risikoscreening eine Berücksichtigung von möglichst geeigneten Prädikatoren des Pflegeaufwands, um ein entsprechendes Gruppierungsmodell auf dieses Instrument aufsetzen zu können. FRAGESTELLUNG: Ziel der Studie war die Entwicklung einer Gruppierungssystematik mit dem Zweck, den Pflegeaufwand prospektiv einzuschätzen. Der Pflegeaufwand wurde operationalisiert als direkte und indirekte Pflegezeit, die eindeutig einem Patienten zugeordnet werden konnte. Demzufolge wurden etwa Wegezeiten oder allgemeine Administration nicht berücksichtigt. METHODE: n=239 Patienten wurden mit dem Instrument durch die Case- Manager des Klinikums der Universität zu Köln eingeschätzt, es handelte sich um eine Gelegenheitsstichprobe. Die Stichprobenauswahl wurde allerdings dahingehend gesteuert, dass die Case- Manager dazu angehalten waren, ein möglichst großes Spektrum unterschiedlicher Ausprägungen in den Bereichen grundpflegerische Abhängigkeit, behandlungspflegerischer Aufwand, körperlichem sowie geistigem Zustand abzudecken. Zudem waren sie angehalten, sowohl Patienten am Aufnahmetag, am ersten postoperativen Tag wie auch konservativ behandelte Patienten gleichermaßen zu berücksichtigen. Das zuständige Pflegepersonal erfasste bei diesen Patienten anschließend mittels Selbstaufschreibung über 24h die geleistete direkte und indirekte patientenbezogene Pflege in Minuten. Die einzelnen Skalen der Instrumentenbatterie sowie die einzelnen Items und Itemkombinationen wurden im Anschluss als unabhängige Variablen mittels linearer Regression auf ihre Eignung als Prädiktoren für den Pflegeaufwand (gemessene Pflegezeit) hin analysiert und entsprechende Gruppierungsmodelle daraus abgeleitet. Dabei wurden ausschließlich Modelle geprüft, die zumindest 25 Fälle in jeder Gruppe abbildeten ERGEBNISSE: Durch den Erstautor wurde ein Gruppierungsalgorithmus entwickelt, mit dem jeder Patient genau einer von fünf Pflegeaufwandsgruppen, den KAIGroups, zugeordnet wird. Die KAIGroups tragen die Bezeichnungen MinCare, LowCare, MidCare, HiCare und MaxCare. Jeder Gruppe ist ein CaseMix- Wert, der „Bostelaar- Index“, zugeordnet, der den durchschnittlichen Pflegeaufwand der KAIGroup relativ zur Basisgruppe MinCare ausdrückt, welche den Basiswert 1,00 besitzt. Das Gesamtinstrument (Risikoscreening und Pflegeaufwandsgruppen) trägt die Bezeichnung „Kölner Assessment Instrument – Bostelaar Index (KAI-BI)“. Der Bostelaar-Index der einzelnen KAIGroups lieferte für die Stichprobe eine Varianzaufklärung der gemessenen Pflegezeit von r2=0,56. Für getrimmte Daten (Bereinigung um alle Fälle jeder Gruppe um die unteren und oberen 5% Ausreißer) ergab sich eine Varianzaufklärung von r2=0,65. Die Korrelation zwischen Bostelaar Index und gemessener Pflegezeit lag folglich bei r=0,748 bzw. r=0,803 (getrimmt). Zur Messung der Homogenität der KAIGroups wurde zudem der Varianzkoeffizient (CoV) jeder Gruppe berechnet. Die Werte liegen zwischen 0,33 und 0,5 (ungetrimmt) bzw. zwischen 0,29 und 0,41 (getrimmt). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Varianzaufklärung liegt >0,5 und kann damit als hinreichend gewertet werden. Sie liegt deutlich über jener der AP- DRGs als auch jener pflegespezifischer Instrumente wie der FIM-FRGs, der ICISS oder der für die Langzeitpflege entwickelten RUG-III. International konnte kein prospektives Instrument identifiziert werden, das diese Varianzaufklärung erreicht. Mit dem „Kölner Assessment – Bostelaar Index (KAI-BI)“ liegt ein Instrument zum pflegerischen Risikoscrenning und zur prospektiven Einschätzung des Pflegeaufwands im Akutbereich vor. Der Vortrag dokumentiert eine Studie zur wissenschaftlichen Entwicklung eines pflegeaufwandsbezogenen Gruppierungsmodells und zu dessen Varianzaufklärung des Pflegeaufwands.
Erscheinungsjahr
Konferenz
1. Colone Congress Managed Care
Konferenzort
Köln
Konferenzdatum
2006-09-08 – 2006-09-09
FH-PUB-ID

Zitieren

Grebe, Christian: KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management. In: , 2006
Grebe C. KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management. In: ; 2006.
Grebe, C. (2006). KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management. Presented at the 1. Colone Congress Managed Care, Köln.
@inproceedings{Grebe_2006, title={KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management}, author={Grebe, Christian}, year={2006} }
Grebe, Christian. “KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management,” 2006.
C. Grebe, “KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management,” presented at the 1. Colone Congress Managed Care, Köln, 2006.
Grebe, Christian. KAI-BI®. Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index im Case- Management. 2006.
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