Kinder psychisch erkrankter Eltern als heterogene Zielgruppe

L.S. Pfeifer, Prävention und Gesundheitsförderung (2020).

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Artikel | Veröffentlicht | Deutsch
Abstract
Hintergrund - Kinder, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, unterliegen einer erhöhten Wahrscheinlichkeit selbst psychisch zu erkranken. Der Gestaltung präventiver Interventionen für diese Zielgruppe liegt meist keine differenzielle Perspektive zugrunde. <br /> Ziel der Studie - Ziel der Studie ist die differenzierte Darstellung einzelner Fälle aus der Gruppe „Kinder psychisch erkrankter Eltern“. Dies soll einen Beitrag zur Gestaltung passgenauer Interventionsmaßnahmen leisten. <br /> Material und Methoden - Vier Kinder wurden mit dem Fragebogen zu Ressourcen im Kindes- und Jugendalter sowie per Leitfadeninterview befragt. Zudem wurden die Anmeldebögen zu einer Intervention ausgewertet. Diese Daten wurden im Rahmen einer vergleichenden Fallstudie zueinander in Bezug gesetzt. <br /> Ergebnisse und Diskussion - Das Zusammenleben mit einem alleinerziehenden psychisch erkrankten Elternteil kann für Kinder besonders belastend sein. Praktische Unterstützung im Alltag der Familie oder der Beziehungsaufbau zu einer psychisch gesunden Bezugsperson könnte die Kinder entlasten. Die Tabuisierung der elterlichen Erkrankung kann sich nachteilig auf die gesunde psychische Entwicklung von Kindern auswirken, was in psychoedukativen Interventionen für die ganze Familie verändert werden kann, indem offen über die Erkrankung gesprochen wird. Kompensiert das familiäre System die elterliche Erkrankung, sind gegebenenfalls auch die Kinder wenig beeinträchtigt und möglicherweise benötigen sie keine Unterstützung. Kumulieren viele Risikofaktoren, sollte eine Intervention für diese hoch belasteten Kinder auch den Abbau von Risikofaktoren anstreben. Folglich ist beim Zuweisen zu präventiven Interventionen auf die Heterogenität der Zielgruppe im Hinblick auf Risikofaktoren und Ressourcen zu achten.

Background - Children who grow up with a mentally ill parent are more likely to become mentally ill themselves. The design of preventive interventions for this target group is usually not based on a differential perspective. <br /> Objectives - The aim of the study is to differentiate between individual cases from the group “children of mentally ill parents”. This is intended to contribute to the design of tailored interventions. <br /> Materials and methods - Four children were interviewed with the “Fragebogen zu Ressourcen im Kindes- und Jugendalter” as well as in a guided interview. In addition, the registration forms for an intervention were evaluated. These data were triangulated in a comparative case study. <br /> Results and conclusion - Living with a single parent with a mental illness can be particularly stressful for children. Practical support in everyday family life or building a relationship with a mentally healthy adult could provide relieve for the children. Tabooing the parental illness can have a negative impact on the healthy psychological development of children. This can be changed in psychoeducative interventions for the whole family by talking openly about the illness. If the family system compensates for the parental illness, the children may also be less affected and may not need support. If many risk factors accumulate, an intervention for these highly burdened children should also aim to reduce risk factors. Therefore, when allocating to preventive interventions, it is important to take into consideration the heterogeneity of the target group with regard to risk factors and resources.
Erscheinungsjahr
Zeitschriftentitel
Prävention und Gesundheitsförderung
ISSN
eISSN
FH-PUB-ID

Zitieren

Pfeifer, Lydia Sophie: Kinder psychisch erkrankter Eltern als heterogene Zielgruppe. In: Prävention und Gesundheitsförderung, Springer Science and Business Media LLC (2020)
Pfeifer LS. Kinder psychisch erkrankter Eltern als heterogene Zielgruppe. Prävention und Gesundheitsförderung. 2020. doi:10.1007/s11553-020-00818-5
Pfeifer, L. S. (2020). Kinder psychisch erkrankter Eltern als heterogene Zielgruppe. Prävention und Gesundheitsförderung. https://doi.org/10.1007/s11553-020-00818-5
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Pfeifer, Lydia Sophie. “Kinder psychisch erkrankter Eltern als heterogene Zielgruppe.” Prävention und Gesundheitsförderung, 2020. https://doi.org/10.1007/s11553-020-00818-5.
L. S. Pfeifer, “Kinder psychisch erkrankter Eltern als heterogene Zielgruppe,” Prävention und Gesundheitsförderung, 2020.
Pfeifer, Lydia Sophie. “Kinder psychisch erkrankter Eltern als heterogene Zielgruppe.” Prävention und Gesundheitsförderung, Springer Science and Business Media LLC, 2020, doi:10.1007/s11553-020-00818-5.

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