Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) zur Verbesserung des Medikamentenmanagements bei Menschen mit geistiger Behinderung

C. Grebe, S. Nadolny, S. Palmdorf, L. Heitland, M. Fechner, Ä.-D. Latteck, in: 2021.

Download
Es wurde kein Volltext hochgeladen. Nur Publikationsnachweis!
Konferenzbeitrag | Englisch
Autor*in
Grebe, ChristianFH Bielefeld ; Nadolny, Stephan; Palmdorf, Sarah; Heitland, Lisa; Fechner, Meike; Latteck, Änne-DörteFH Bielefeld
Abstract
Hintergrund: Menschen mit geistiger Behinderung (MmgB) weisen häufiger komplexe, durch Polypharmazie und Psychopharmaka geprägte Medikamentenregimes auf. Zugleich ist der Qualifikationsmix in der Eingliederungshilfe vor allem durch die Heilerziehungspflegende und Erzieher*innen geprägt, deren Ausbildungen Krankheitsbilder und Pharmakologie nur in geringem Maße berücksichtigen. Pflegefachpersonen, insbesondere solche mit hochschulischer Qualifizierung, sind in diesem Feld eher gering repräsentiert. Zielsetzung: Ziel der Studie war es, aufsuchende Beratungen durch hochschulisch qualifizierte und speziell fortgebildete Advanced Practice Nurses (APN) zum Thema Medikamentenmanagement bei MmgB zu evaluieren. Methode: Die Intervention bestand aus zwei Hausbesuchen durch APNs. Sie nahmen beim ersten Besuch ein Review des aktuellen Medikamentenregimes vor. Bei Bedarf wurde Unterstützung durch ein multiprofessionelles Team eines medizinischen Versorgungszentrums in Form von Fallbesprechung in Anspruch genommen. Im zweiten Hausbesuch wurden die MmgB und ihre Bezugspersonen zur Medikation und zu gesundheitsrelevanten und adhärenzfördernden Aspekten beraten. In Einzelfällen nahm die APN direkt Kontakt zu Ärzten auf. Im 3-monatigen Interventionszeitraum wurde der Kontakt zwischen den Hausbesuchen telefonisch oder per E-Mail aufrechterhalten. In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit einer Interventions- (IG) und einer Kontrollgruppe (KG) wurden an zwei Messzeitpunkte (t0: Baseline und t1: Follow-Up nach 3 Monaten) die Outcomes gemessen: medikamentenbezogene Adhärenz (MARS-D), gesundheitsbezogene Lebensqualität (EQ5D-3L) Gesundheitszustand und Teilhabe (WHO-DAS 2.0), Komplexität des Medikamentenregimes (MRCI) und Anzahl verordneter Psychopharmaka. Die Daten wurden mittels strukturierter Interviews mit Bezugspersonen erhoben, MARS-D und EQ5D-3L zusätzlich auch mittels strukturierter Interviews mit den MmgB. Zur Hypothesentestung wurden ANCOVAs berechnet. Ergebnisse: Für keines der Outcomes konnte ein signifikanter Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Diskussion: Die APNs empfahlen überwiegend eine Anpassung der Medikation, was aber nicht zu einer signifikanten Reduktion der Komplexität des Medikamentenregimes oder der verordneten Psychopharmaka führte. Ein direkter Dialog der APNs mit den verordnenden Ärzt*innen erscheint in stärkerem Maße erforderlich. In nachfolgenden Studien sollte ein längerer Follow-Up-Zeitraum gewählt werden. Praktische Implikationen: Die Studie untermauert den Bedarf an professionelle pflegerischen Unterstützung des Medikamentenmanagements für MmhzgB. Die Intervention kann in der untersuchten Umsetzung nicht als effektive Maßnahme hinsichtlich der gemessenen Outcomes belegt werden. Appell für die Praxis: Die sehr komplexen Medikamentenregimes von Menschen mit geistiger Behinderung erfordern entsprechende Expertise im lebensweltlichen Umfeld der Personen.
Erscheinungsjahr
Konferenz
20. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung
Konferenzort
online
Konferenzdatum
06.10.2021 – 08.10.2021
FH-PUB-ID

Zitieren

Grebe, Christian ; Nadolny, Stephan ; Palmdorf, Sarah ; Heitland, Lisa ; Fechner, Meike ; Latteck, Änne-Dörte: Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) zur Verbesserung des  Medikamentenmanagements bei Menschen mit geistiger Behinderung. In: , 2021
Grebe C, Nadolny S, Palmdorf S, Heitland L, Fechner M, Latteck Ä-D. Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) zur Verbesserung des  Medikamentenmanagements bei Menschen mit geistiger Behinderung. In: ; 2021.
Grebe, C., Nadolny, S., Palmdorf, S., Heitland, L., Fechner, M., & Latteck, Ä.-D. (2021). Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) zur Verbesserung des  Medikamentenmanagements bei Menschen mit geistiger Behinderung. Presented at the 20. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, online.
@inproceedings{Grebe_Nadolny_Palmdorf_Heitland_Fechner_Latteck_2021, title={Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) zur Verbesserung des  Medikamentenmanagements bei Menschen mit geistiger Behinderung}, author={Grebe, Christian and Nadolny, Stephan and Palmdorf, Sarah and Heitland, Lisa and Fechner, Meike and Latteck, Änne-Dörte}, year={2021} }
Grebe, Christian, Stephan Nadolny, Sarah Palmdorf, Lisa Heitland, Meike Fechner, and Änne-Dörte Latteck. “Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) Zur Verbesserung Des  Medikamentenmanagements Bei Menschen Mit Geistiger Behinderung,” 2021.
C. Grebe, S. Nadolny, S. Palmdorf, L. Heitland, M. Fechner, and Ä.-D. Latteck, “Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) zur Verbesserung des  Medikamentenmanagements bei Menschen mit geistiger Behinderung,” presented at the 20. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, online, 2021.
Grebe, Christian, et al. Der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) Zur Verbesserung Des  Medikamentenmanagements Bei Menschen Mit Geistiger Behinderung. 2021.

Export

Markierte Publikationen

Open Data LibreCat

Suchen in

Google Scholar