26.09.2016

Flucht und Soziale Arbeit in der Türkei

Plakatausstellung in der 2. Etage, Gebäudeteil B

Anknüpfend an das P2-Seminar „Flucht als Querschnittsthema der Kindheitspädagogik und der Sozialen Arbeit“ fuhr eine Gruppe von zehn Studierenden gemeinsam mit Prof. Dr. Erika Schulze im vergangenen März für eine knappe Woche nach Istanbul.

Anknüpfend an das P2-Seminar „Flucht als Querschnittsthema der Kindheitspädagogik und der Sozialen Arbeit“ fuhr eine Gruppe von zehn Studierenden gemeinsam mit Prof. Dr. Erika Schulze im vergangenen März für eine knappe Woche nach Istanbul. Mit dieser Exkursion sollte die bisherige Perspektive um eine internationale Dimension erweitert werden: Denn im Kontext der globalen Fluchtbewegungen ist die Türkei ein Aufnahmeland, ebenso wie sie ein Transitland ist. Schätzungen gehen davon aus, dass inzwischen mindestens 2 Millionen Menschen, vor allem aus Syrien, in der Türkei Schutz gefunden haben. 

Auf dem Programm dieser Woche standen neben dem Besuch von verschieden Einrichtungen und Initiativen der Sozialen und pädagogischen Arbeit, Begegnungen und Gespräche mit Geflüchteten und ihren Unterstützer*innen, ebenso ein Besuch der Istanbuler Partnerhochschule, der Aydın Üniversitesi,  sowie die Teilnahme an der Tagung  „Soziale Arbeit neu denken – Migration und Migrationspolitiken in Bewegung“, die als gemeinsame Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Wissenschaftler*innen der Mimar Sinan Üniversitesi und der İstanbul Aydın Üniversitesi sowie dem „Verein Türkischer SozialarbeiterInnen“ organisiert wurde. Mit diesem Programm sollten unterschiedliche Einblicke in Praxis und Konzepte der Sozialen Arbeit in der Türkei wie auch die Lebenssituation der Geflüchteten und den Umgang mit diesem Thema ermöglicht werden.

Die Plakatausstellung gibt einen Einblick in diese Woche – eine Woche, die durch eine Vielzahl von Eindrücken geprägt war, von der schwierigen Lebenssituation der Geflüchteten und ihren (Über-)Lebenskräften, von Besuchen ganz unterschiedlicher Einrichtungen und Projekte mit ihrer nicht immer einfachen, aber ausdauernden und oft mutigen Arbeit.

Die Exkursion fand vor dem verhinderten Putschversuch und dem anschließend verhängten Ausnahmezustand in der Türkei statt. Spürbar war nichtsdestotrotz eine wachsende staatliche Repression, die sich gegen die unterschiedlichen kritischen und demokratischen Kräfte im Land richtet – nicht zuletzt auch gegen Studierende sowie Lehrende an den Hochschulen, wie diejenigen, die den Friedensaufruf der „Akademiker für den Frieden“ – „We will not be a party to this crime“ unterstützt haben. In Folge dieses Aufrufs, welcher von mehr als 2.200 Akademiker_innen unterzeichnet wurde, kam es zu zahlreichen Hausdurchsuchungen, Festnahmen und Entlassungen von Unterzeichner_innen, Repressionen, die bis heute andauern. Weitere Informationen unter https://barisicinakademisyenler.net/English.