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„Raus aus der Komfortzone“

Bielefeld (fhb). „Ich kann es kaum fassen“, mit diesen Worten nahm Jan Düfelsiek, 26, im Frühjahr den Preis ‚Master of Photography‘ des TV-Senders Sky Arts entgegen. Und dann: „Jetzt rufe ich erst mal meine Mutter an.“ Der Masterstudent im Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld schlug 700 Bewerber aus ganz Europa aus dem Rennen und siegte dann im Endausscheid gegen 8 Teilnehmer.

 

eine Frau in Pelzjacke die frontal in die Kamera guckt und mit den Fingerspitzen ihrer beiden Hände ihre unteren Augenlieder leicht nach unten zieht„Der ‚Master of Photography‘ ist natürlich kein klassischer Fotopreis“, sagt der Steinhagener, der in seinen jungen Jahren schon so manchen Preis eingeheimst hat. Erst nach dem Tipp eines Kommilitonen bewarb er sich bei der kurzweiligen Casting-Sendung, die mit einem Preisgeld von 100.000 € lockt. Die hochkarätig besetzte Jury bietet eine weitere Motivation für das attraktive Format: Elisabeth Biondi, ehemalige Bildchefin von „The New Yorker“, Oliviero Toscani, vor allem durch seine Benetton-Kampagne berühmt gewordener Fotograf sowie der Kurator und Autor Mark Sealy.

Ausschnitt von einer Person unterhalb des Kopfes oberhalb der Hüfte mit den Händen vorm Bauch in schwarzer RobeJan Düfelsiek überzeugte die Jury mit einem einfühlsamen Porträt von Rosemarie Mallett, Vikarin der Gemeinde St. John’s in Brixton, einem Stadtteil im Süden Londons. Der Fotograf begleitete die aus Barbados stammende Priesterin einen Tag lang durch ihre Gemeinde. Aber auch in den anderen Kategorien Straßen- und Landschaftsfotografie sowie Reportage konnte Düfelsiek die Jury für sich einnehmen, und so erreicht die Redaktion ihn am Handy in der Nähe von Rom beim internationalen Fotografie-Festival ‚Cortona on The Move‘ das auch die Ausstellung ‚Master of Photography‘ 2019 präsentiert.

eine Frau geht vor einem zweistöckigen Gebäude an einem grauen Tag vorbeiBeim Thema Fachhochschule Bielefeld gerät der frisch gekürte ‚Master of Photography‘ ins Schwärmen: „Ich habe mein Studium bei den Gestaltern wirklich genossen. Die ganz eigene Gemeinschaft, die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Studenten, die super ausgestatteten Werkstätten und natürlich die Expertise der Lehrenden – so ein Umfeld hat schon ein unfassbares Potential.“

 

Vor einer verschneiten Berglandschaft steht eine Person an der ein Hund hochspringtIm nächsten Jahr will Düfelsiek auch den akademischen Master am Fachbereich Gestaltung abschließen. Das Preisgeld, die Kontakte zu Canon, einem der Sponsoren der Sendung, sowie die Aufmerksamkeit der Medien sind in einem hart umkämpften Markt nicht zu unterschätzen. Allerdings: „Der Wettbewerb ‚Master of Photography‘ ist toll für Leute, die nicht vor der Fernsehkamera zurückschrecken und auch die sechs Wochen finanziell überbrücken können“, resümiert Düfelsiek seine Erfahrung. „Man muss da schon seine Komfortzone verlassen. Denn wer nicht gewinnt, bekommt eben auch nichts.“ (chk)