FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
05.10.2020

Die Denkfabrik Digitalisierte Arbeitswelt wirkt im neuen Kompetenzzentrum „KI für die Arbeitswelt des industriellen Mittelstands“ (KIAM) mit

Die Denkfabrik Digitalisierte Arbeitswelt unter der Leitung von Prof. Dr. Franken begleitet zwei Leuchtturmprojekte und verantwortet das Arbeitspaket Kompetenzanforderungen und Kompetenzvermittlung

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Wie wird Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern? Wie können Unternehmen neue Technologien einsetzen, um ihre Beschäftigten zu entlasten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern? Und wie können Beschäftigten auf den Wandel vorbereitet werden? Antworten auf diese Fragen liefert das Kompetenzzentrum „KI für die Arbeitswelt des industriellen Mittelstands“ (KIAM), das am 01. Oktober im Rahmen des Spitzenclusters it‘s OWL gestartet wurde. 18 Partner (Unternehmen und Hochschulen) entwickeln gemeinsam mit der IG Metall konkrete Ansätze für Arbeitsplatzgestaltung und Qualifizierung. Das Kompetenzzentrum wird in den nächsten fünf Jahren mit 10,7 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (Projektvolumen 12,2 Mio. Euro).

Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt grundlegend verändern: KI-Systeme unterstützen Arbeitsprozesse, übernehmen Aufgaben und schaffen neue Arbeitsfelder. Die Identifikation von Einsatzmöglichkeiten und die Entwicklung konkreter Lösungen stellen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor Herausforderungen, wie beispielsweise fehlende Fachkräfte oder unklare organisationale und technologische Voraussetzungen. Die Kompetenzen der Denkfabrik Digitalisierte Arbeitswelt der FH Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr. Franken auf dem Gebiet der Arbeitsforschung fließen dabei in das Kompetenzzentrum KIAM ein. Die Forschungsgruppe untersucht seit 2014 die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigung, Arbeitsaufgaben, Kompetenzanforderungen und Organisationsstrukturen/-kulturen.

In zwei Leuchtturmprojekten (mit Unternehmen Lenze und Weidmüller) werden unter wissenschaftlicher Leitung der Denkfabrik konkrete Lösungen entwickelt, in denen KI-Technologien für unterschiedliche Anwendungsfelder inklusive ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine, Arbeitsplatzausstattung, Kompetenzanforderungen an die Beschäftigten und Kompetenzvermittlung untersucht werden. Gemeinsam mit dem Unternehmen Weidmüller werden neue Ansätze für die Kompetenzvermittlung für Auszubildende und Beschäftigte erarbeitet. Das Unternehmen setzt schon jetzt digitale Technologien wie Datenbrillen und Tablets für die Bedienung und Wartung von Maschinen ein. In dem Projekt werden die Auswirkungen digitaler Prozesse auf Arbeitsqualität, Anforderungen der Beschäftigten und Berufsbilder untersucht. Auf dieser Grundlage werden Weiterbildungsformate entwickelt, in denen die neuen Anforderungen mit Methoden des digitalen Lernens vermittelt werden. Dabei werden unter anderem die Möglichkeiten für den Einsatz von digitalen Lernassistenten analysiert. Darüber hinaus wird untersucht, welche Veränderungen in der Organisation (wie Lernkultur, agile Strukturen), im Führungsverständnis und in der Mitbestimmung erforderlich sind. Durch die enge Kooperation mit dem Betriebsrat und der IG Metall werden dabei die Interessen der Beschäftigten eingebunden. Gemeinsam mit dem Unternehmen Lenze werden konkrete Use Cases für die KI in verschiedenen Bereichen entwickelt, die Unternehmenserfolg steigern, Arbeitsplätze sichern/schaffen und Arbeitsprozesse im Interesse der Menschen gestalten. Das Ziel ist es, geeignete Formate für eine partizipative Entwicklung und Analyse von typischen Use Cases für mögliche Anwendungen der digitalen Technologien und KI in verschiedenen Bereichen von Lenze inklusive ihrer Auswirkungen auf die Aufgaben, Kompetenzanforderungen von Beschäftigten und Arbeitsgestaltung zu erarbeiten und zu testen.

Im Anschluss werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Leuchtturmprojekten für kleine und mittlere Unternehmen verfügbar gemacht. Dazu werden eine Informationsplattform aufgebaut, gute Beispiele aufbereitet sowie Veranstaltungen und Workshops durchgeführt.